Anderes Umfeld, gleicher Auftrag

Die Berufung, Salz und Licht zu sein, bekommt immer wieder einen neuen Ausdruck.
Isabell und André Lima Agostini sind seit 2011 in Adelaide, Australien, aktiv. Salz und Licht waren sie immer: in der Arbeit unter obdachlosen und sozial benachteiligten Menschen durch „Do Unto Others“ (DUO’s) und in verschiedenen leitenden Funktionen bei Youth with a Mission (YWAM). Jetzt stehen Veränderungen an.

Ihr seid das Salz der Erde … Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt. 5,13–14): Mit diesen Worten spricht Jesus zu seinen Jüngern – und auch heute noch zu uns. Zur Zeit der Bibel war Salz kostbar und unverzichtbar. Es bewahrte Lebensmittel vor dem Verderben und stand für Reinheit und Wert. Wenn Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde“, dann meint er, Christen sollen einen Unterschied machen – das Gute bewahren, Hoffnung bringen und Gottes Werte sichtbar machen.

 

Salz hat jedoch nicht nur Geschmack, sondern auch eine reinigende, manchmal schmerzhafte Wirkung. Es wurde zur Desinfektion von Wunden verwendet. Es brennt – aber genau darin liegt auch Heilung. So sind wir manchmal berufen, Wahrheit und Klarheit auszusprechen. Das kann herausfordernd sein, doch oft beginnt genau dort echte Wiederherstellung.

 

Auch Licht war für die Menschen damals existenziell. In einer Welt ohne Strom bedeutete Licht Orientierung, Sicherheit und Leben. Wenn Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt“, ruft er uns dazu auf, Hoffnung zu bringen und auf ihn hinzuweisen.

 

Dabei sagt er nicht: Werdet Salz und Licht. Sondern er sagt: Ihr seid es. Es geht also nicht zuerst um Leistung, sondern um Identität. Die Frage ist: Wird das sichtbar in unserem Alltag?

 

Menschen am Rand der Gesellschaft standen von Anbeginn an im Zentrum der Missionsarbeit von Agostinis.

Menschen am Rand der Gesellschaft standen von Anbeginn an im Zentrum der Missionsarbeit von Agostinis.

 

Prägende Jahre

Seit 15 Jahren leben wir als Missionare in Australien und durften in dieser Zeit Teil von YWAM (Youth with a Mission) sein – davon acht Jahre in leitender Verantwortung. Wenn wir zurückblicken, sehen wir vor allem Menschen und Geschichten, in denen Gottes Licht aufgeleuchtet ist.

 

Wir waren in vielen Bereichen unterwegs: bei DUO’s unter Menschen am Rand der Gesellschaft, in Jüngerschaftsschulen (DTS), in Kids Clubs, Camps und bei Outreach-Einsätzen – sowohl in Australien als auch international. Wir durften predigen, unterrichten, Lobpreis leiten, Seelsorge anbieten und unseren Glauben praktisch weitergeben.

 

Über die Jahre hinweg haben wir so viel Veränderung miterleben dürfen: Menschen, die neue Hoffnung gefunden haben. Leben, die eine neue Richtung bekommen haben. Beziehungen, die wiederhergestellt wurden. Und immer wieder diese Momente, in denen Gott Menschen ganz persönlich begegnet ist.

 

Gerade bei DUO’s haben wir neu verstanden, was es bedeutet, Salz und Licht zu sein. Oft sind es die kleinen Dinge: ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee, echtes Zuhören, ein Moment von Würde und Annahme. Und manchmal auch die herausfordernden Situationen, in denen Wahrheit gefragt ist – Momente, die sich anfühlen können wie Salz in einer Wunde, aber in denen Heilung beginnt.

 

Diese Jahre haben uns geprägt. Wir haben gelernt, dass nicht nur Programme den Unterschied machen, sondern ein Leben, das sich Gott zur Verfügung stellt. Ein Leben, das bereit ist, nah dran zu sein.

 

Ihr als unsere Unterstützer wart ein wesentlicher Teil davon – durch Gebet, Ermutigung und praktische Hilfe. Vieles von dem, was wir erleben durften, war nur möglich, weil ihr mit uns gegangen seid. Ihr habt mitgetragen, mitgeglaubt und mitgewirkt – und so seid auch ihr Teil dieser Geschichten geworden.

 

 

Neuer Abschnitt

Nun stehen wir an einem neuen Abschnitt. Nach vielen Jahren im vollzeitlichen Dienst bei YWAM und in Aussendung bei MT:28 beenden wir in diesem Jahr unsere Anstellung, um uns darauf zu konzentrieren, endlich permanente Visa zu bekommen. Wir tun diesen Schritt mit Dankbarkeit im Herzen und in dem Wissen, dass es für diese Zeit der richtige ist. Australien ist über die Jahre zu unserer Heimat als Familie geworden, und wir sind gespannt, wie Gott uns hier weiterführt. Und genau in diesem Weitergehen merken wir: Die Berufung, Salz und Licht zu sein, bleibt bestehen – sie bekommt vielleicht nur einen neuen Ausdruck.

 

Ich (Isabell) arbeite derzeit als Krankenschwester, und auch das ist Teil dieses neuen Weges. Ein anderes Umfeld – und doch dieselbe Berufung. Salz und Licht zu sein geschieht jetzt in einer Tagesklinik bzw. Arztpraxis, im Team, in Begegnungen mit Patienten und im ganz normalen Alltag. Vielleicht liegt genau darin eine Ermutigung für uns alle: Salz und Licht zu sein ist nicht an einen Ort oder Dienst gebunden. Es geschieht mitten im Leben – dort, wo Gott uns hinstellt.

 

Unterschätzt nicht die kleinen Dinge: ein offenes Ohr, ein freundliches Wort, ein ehrliches Interesse. Und manchmal auch den Mut, Wahrheit in Liebe auszusprechen. Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Nicht irgendwann – sondern genau jetzt.

Isabell und André Agostini

AUSTRALIEN
  • Leitung der Base in Adelaide von Jugend mit einer Mission
  • Koordination sozialmissionarischer Einsätze
  • Obdachlosenarbeit
  • Mitarbeit in der Jüngerschaftsschule DTS

Deine Hilfe zählt!

Die Arbeit von Isabell und André wird durch Spenden finanziert. Umso mehr freuen sie sich über regelmäßige Unterstützung. Hilf ihnen dabei, den Glauben den Menschen näherzubringen.

 

Bei Spenden zur Unterstützung dieses Projektes bitte angeben: AM S 7 Agostini


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