Keine Suppe ohne Salz

Bei der Arbeit mit Drogenabhängigen spielt Gebet eine zentrale Rolle.
Seit 2025 sind Jutta und Frank Dellemann in der bolivianischen Hauptstadt Sucre im Zentrum für Suchtrehabilitation „Prados“ für Alkohol- und Drogenabhängige tätig. Jetzt bekamen sie Besuch von MT:28-Geschäftsführerin Andrea Schmidt, Verwaltungsmitarbeiterin Irmgard Haßfurther und Ulrike Heyl, Mitglied des Missionsteams der VIA-Gemeinde OASE Waiblingen und eine gute Freundin von Dellemanns.

Als Missionswerk ist es uns ein besonderes Anliegen, die Arbeit vor Ort nicht nur aus der Distanz zu begleiten, sondern persönlich zu erleben, zu verstehen und gemeinsam mit den dortigen Mitarbeitern und unseren Missionaren weiterzudenken. Was wir in „Prados“ erleben durften, hat uns tief beeindruckt: ein Werk, das über Jahrzehnte gewachsen ist – getragen von der Leiterin Nazareth, ihren Mitarbeitenden, Gemeindemitgliedern sowie vielen ehemaligen Rehabilitanden. Besonders prägend ist dabei der starke Fokus auf das Gebet, der seit der Gründung bis heute das geistliche Fundament dieser Arbeit bildet.

 

Immer wieder wurde uns neu bewusst, welche Bedeutung diesem Gebet zukommt. Jemand hat einmal gesagt, dass im Gebet Wunder beginnen – nicht als Automatismus, sondern in der lebendigen Beziehung zwischen Gott und dem Menschen, der sich ihm anvertraut. Gerade in den Lebensgeschichten der Menschen in „Prados“ durften wir etwas davon erkennen: Gottes Handeln mitten in Not, Veränderung und Neuanfang.


Rehabilitationszentrum Prados

Rehabilitationszentrum Prados

 

Intensiver Lern- und Entwicklungsprozess

Unsere Missionare leben und arbeiten nun seit einem Jahr in Sucre. Diese Zeit war geprägt vom Erlernen der Sprache, vom Hineinfinden in die Kultur und vom Kennenlernen der Mitarbeitenden sowie der Arbeit in der Alkohol- und Drogenrehabilitation. Der Schwerpunkt liegt auf Bibelarbeiten, geistlichen Impulsen, Gebet und sozialmissionarischen Aktionen, sie arbeiten aber auch im Training in Kleingruppen, in praktischen Aufgaben wie Garten, Haus und Küche und bieten regelmäßige Reha-Sporteinheiten an. Vieles ist anders als das, was sie bisher kannten – und gleichzeitig erleben sie einen intensiven Lern- und Entwicklungsprozess, in dem sich ihr Platz im Dienstfeld Schritt für Schritt weiter klärt.

 

Doch was bedeutet es eigentlich, in diesem Umfeld „Salz und Licht“ zu sein? Das Salar de Uyuni im Südwesten Boliviens zählt zu den größten Salzvorkommen der Erde. Früher wurden die ausgestochenen Salzbarren mit Lamas zu den Verkaufsorten transportiert, heute wird das Salz weit über die Grenzen Boliviens hinaus exportiert. Gleichzeitig begegnet Salz den Menschen hier ganz alltäglich: Bolivien ist das Land der Suppen. Eine Suppe ohne Salz bleibt fade.

 

Selbstversorgung aus dem Gemüsegarten

Selbstversorgung aus dem Gemüsegarten

 

Dieses Bild bewegt auch unsere Missionare in ihrer Arbeit. Gottes Wort ist kraftvoll, wenn es ausgesprochen und weitergegeben wird. Es richtet aus, wozu Gott es sendet. In der Rehabilitationseinrichtung wird viel Wort Gottes gelehrt, Menschen bekehren sich und Gott verändert Leben. Immer wieder erleben die Mitarbeitenden, wie Hoffnung wächst und Menschen einen neuen Anfang finden dürfen.

 

Dabei spielt das Gebet eine zentrale Rolle. Mitarbeiter beten gemeinsam mit den Rehabilitanden, Gemeinden beten und fasten für ihr Land und für die Menschen. Unsere Missionare erleben, wie wichtig es ist, authentisch zu leben, zuzuhören, praktisch zu helfen und Gottes Liebe im Alltag sichtbar werden zu lassen. Licht zu sein bedeutet dort nicht zuerst große Worte, sondern ein zugewandtes Leben: freundlich sein, Trost spenden, Fähigkeiten einsetzen und Menschen in ihrer Würde begegnen.

 

Vor Ort in Bolivien (v. l. n. r.): Jutta Dellemann, Andrea Schmidt, Irmgard Haßfurther, Frank Dellemann und Ulrike Heyl

Vor Ort in Bolivien (v. l. n. r.): Jutta Dellemann, Andrea Schmidt, Irmgard Haßfurther, Frank Dellemann und Ulrike Heyl

 

Wertvolle Erfahrung

Für uns war es deshalb besonders wertvoll, unsere Missionare vor Ort zu erleben und von ihnen zu hören, wie es ihnen in diesem ersten Jahr geht. Dabei wurde deutlich, wo sie Unterstützung brauchen und wo wir als Missionswerk konkret begleiten können und sollen. Gleichzeitig entstand Raum für gemeinsames Nachdenken: Wie können ihre Gaben und Fähigkeiten so eingesetzt werden, dass sie die Rehabilitanden in „Prados“ noch gezielter auf ihrem Weg in ein verändertes Leben begleiten?

 

Im Zentrum all dessen steht weiterhin das Gebet. Wir brauchen es für die nächsten Schritte – im persönlichen Leben der Missionare ebenso wie im gemeinsamen Dienst. Denn wir glauben, dass Gott handelt, wenn wir beten. Nicht, weil Gebet ein festgelegtes System wäre, sondern weil es Beziehung ist. Und in dieser Beziehung öffnet Gott Wege, schenkt Erkenntnis und wirkt dort, wo menschliche Möglichkeiten enden.

 

So bleibt uns nach dieser Reise vor allem die Erinnerung an Menschen, die mit Hingabe dienen, an veränderte Lebensgeschichten und an die tiefe Gewissheit: Gott gebraucht Menschen als Salz und Licht – mitten im Alltag, mitten in Herausforderungen und mitten in den Lebensgeschichten anderer.

Jutta und Frank Dellemann

BOLIVIEN
  • Rehabilitationszentrum Prados für alkohol und drogenabhängige Menschen
  • Sozialmissionarische Aktionen

Deine Hilfe zählt!

Die Arbeit von Frank und Jutta wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Umso mehr freut sie sich über regelmäßige Unterstützung.

 

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