5. September 2022

Gott sieht auch Ukraine-Flüchtlinge

Maritta Winkler, bisher in den Niederlanden tätig, arbeitet derzeit immer wieder bei „Jugend mit einer Mission Hurlach” bei Augsburg und engagiert sich dort bei der Betreuung von Geflüchteten aus der Ukraine.

“Woher weiß ich denn, ob das gute Menschen sind?“, fragt mich die junge ukrainische Frau, als wir eine Familie gefunden haben, die sie, ihren Sohn und ihre Mutter aufzunehmen bereit ist. Mir treibt diese Frage Tränen in die Augen. Nur ansatzweise kann ich mir vorstellen, wie ausgeliefert sich diese Frau fühlen muss und mit welchen Ängsten sie kämpft.

Ich befinde mich im Schloss Hurlach bei Augsburg bei „Jugend mit einer Mission Hurlach“. Die Organisation hat spontan reagiert und fungiert seit Kriegsausbruch in der Ukraine als Knotenpunkt für geflüchtete Menschen in der Region Landsberg in Bayern. Neben regelmäßigen Gütertransporten in die Ukraine werden Geflüchtete im Schloss aufgenommen, begleitet und weitervermittelt.

Gemeinsam mit einer Freundin bin ich kurzfristig aus den Niederlanden angereist, um zu helfen. Wir beziehen Betten, kochen, spülen, fahren mit Menschen zum Arzt, sitzen aber auch einfach da und hören zu. Das Zuhören ist vor allem der Part meiner russischsprachigen Freundin, denn die allermeisten Neuankömmlinge sprechen weder Deutsch noch Englisch. Es tut ihnen so gut, jemandem ihre Geschichte zu erzählen. Es tut ihnen gut, an einem sicheren Ort zu sein und nach tagelanger Flucht endlich wieder schlafen zu können. Trauer, Verzweiflung und Ohnmacht mischen sich im Schloss mit Stärke, Lachen und Dankbarkeit.

Wie Hagar in der Wüste

Immer wieder kommt mir die Geschichte Hagars in den Sinn. Wie sie in der Wüste saß, völlig verzweifelt und nicht weiterwusste. Genau dort begegnet ihr Gott und Hagar ruft schließlich aus: „Du bist der Gott, der mich sieht“ (1. Mose 16,14). Gottes Gegenwart verändert Menschen, auch wenn sich schwierige Umstände erst einmal nicht ändern. Er ist treu und unsere Sicherheit in einer unsicheren Welt. Gott sieht all die jungen Mütter, all die Kinder und all die älteren Menschen, die sich in einem fremden Land zurechtfinden müssen und sich dabei doch nichts sehnlicher wünschen, als in die Heimat zurückkehren zu können.

All diese Gedanken schreibe ich der jungen Frau, die mir die oben genannte Frage stellte, auf eine Karte. Ich will, dass sie weiß, dass Gott sie sieht. Als wir uns verabschieden und ich ihr die Karte gebe, bricht sie in Tränen aus und schreibt mir später nochmals, wie sehr diese Geschichte zu ihr gesprochen hätte.

Wir sind nicht ohnmächtig als Christen in einer oftmals ohnmächtigen Welt. Wir haben eine Botschaft des Trostes und der Hoffnung eines Gottes, der sieht und der diese Welt überwunden hat.

Maritta Winkler

Projektland: Niederlande
• Discipleship Training School (DTS)
• Management und Ausbau des Basecafés
• Mitarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit der Base
• Leitung der Einsatzteams im Ausland

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Marittas Arbeit wird durch Spenden finanziert. Umso mehr freut sie sich über regelmäßige Unterstützung. Hilf ihr dabei, junge Menschen weiterhin auf ihrem Weg zu begleiten.

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