23. November 2022

Geben und Bekommen

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist Ende August, letzte Woche kam die Heizöllieferung. Ich weiß nicht so recht, ob ich mich über die hohen Heizölpreise ärgern sollte oder doch lieber dankbar sein, überhaupt Öl bekommen zu haben.

Vor zwei Wochen schrieb mir unser Missionar Verghese Chandy aus Sri Lanka, dass Benzin dort, wenn überhaupt, nur rationiert erhältlich ist. Die Inflation im Land sei immens und die Zukunft völlig ungewiss. Im Rundbrief von Tobias Reuff lese ich, wie er in Lesotho durch den Schnee stapft, um einen einzelnen Hirten zu besuchen, nicht um ihm Wärme zu bringen, sondern das Licht der Welt. Einmal mehr wird mir bewusst, was wirklich zählt. Etwas, das noch kostbarer ist als ein bequemes Leben – ein erlöstes Leben.

Das ist es, worum es bei Mission geht, nicht um bequemes Leben, sondern um erlöstes Leben. In Uganda, Australien, Spanien und an vielen anderen Orten sind unsere Missionare vor Ort, nicht um etwas zu bekommen, sondern um etwas zu geben: Hoffnung, Nahrung, medizinische Versorgung – und die erlösende Botschaft von Jesus Christus. Wie sie arbeiten und vor welchen Herausforderungen sie im steten Kreislauf des Gebens und Bekommens stehen, lesen Sie in dieser Ausgabe des „Breitengrad“.

Dabei können unsere Missionarinnen und Missionare nur gehen, wenn wir sie senden und nur weitergeben, was sie von uns bekommen haben.

Wir wissen um die großen finanziellen Herausforderungen für viele Personen. Aber lasst uns nicht nachlassen, denen zu geben, die weitergeben, damit die bekommen, die noch weniger haben als wir, nachdem wir gegeben haben.

An dieser Stelle danken wir ausdrücklich allen Spendern und Unterstützern. Ihre, Eure Treue über viele Jahre hat bereits reichlich Frucht gebracht. Kindergärten, Schulen, Sportplätze und Krankenhäuser sind entstanden. Kirchen, Bibelschulen und ganze Bewegungen wurden gegründet. Bibel wurde übersetzt, das Wort Gottes gepredigt und tausende Menschen hörten das Evangelium. Ganze Familien kamen zum Glauben, Generationen wurden errettet und tausende Namen ins Buch des Lebens geschrieben.

Wenn diese Ausgabe des „Breitengrad“ erscheint, wird es November sein. Ich sitze dann im Warmen, bin dankbar für mein Heizöl und frage mich, was ich wohl geben kann?

Viel Freude bei Lesen wünscht

Stefan Striefler

Ganz liebe Grüße

euer Editorial - Team

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